Außergerichtliche Streitbeilegung bei Baukonflikten

Außergerichtliche Streitbeilegung bei Baukonflikten kommt nur in ca. 2.000 Bauverfahren pro Jahr zur Anwendung, bei ca. 100.000 gerichtlichen Streitfällen in Bausachen insgesamt. Baurechtsfälle sind zudem meist sehr kompliziert, langwierig und teuer. Dieses Missverhältnis verwundert auf den ersten Blick, da einvernehmliche Einigungen nicht nur schneller und preiswerter sind, sondern auch Vertraulichkeit wahren, weshalb sich manche lukrative Geschäftsbeziehung durch Mediation am Ende doch noch retten ließe.

Die Deutsche Gesellschaft für außergerichtliche Streitbeilegung (DGA-Bau) hat durch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in einem Forschungsbericht untersuchen lassen, warum die meisten Streitparteien die juristische Auseinandersetzung suchen, statt außergerichtliche Verfahren in Erwägung zu ziehen. Dabei stellte sich heraus, dass die Gründe sich grundsätzlich in mehrere Themenkreise aufteilen lassen. Letzten Endes scheint der wesentliche Punkt aber zu sein, dass bei Baustreitigkeiten die Konflikte oft komplexe Ursachen und Verantwortlichkeiten haben, was es sehr mühselig macht, die Zustimmung aller Parteien zum außergerichtlichen Verfahren überhaupt zu bekommen. Ist das trotzdem gelungen, ist es nicht weniger herausfordernd, die kompetente Mediation zu finden, die in der Lage ist, sowohl die juristischen wie auch die technischen Aspekte eines Konfliktes so weit aufzuklären, dass sich ein Kompromiss oder eine Lösung findet, mit der alle Beteiligten leben können. Hier bemüht sich die DGA-Bau technische und juristische Mediatoren auszubilden und mit ihrer „Streitlöser-Datenbank“ hilfreich zu sein. Unter dga-bau.de können Sie den Forschungsbericht des KIT herunterladen.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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