Mein Bankberater sagt ...

… die angebotene Immobilie sei den geforderten Preis nicht wert. Es kommt immer wieder vor, dass Kaufinteressenten mit diesem Hinweis eine Reduzierung des Angebotspreises verlangen oder gar die Verkaufsverhandlungen beenden. Wie kommt es zu solchen Aussagen? Kennt der Bankberater den Markt besser als der Immobilienmakler? Der Grund für solche Aussagen ist meist, dass die Banker den Markt eben nicht kennen, sondern sich auf den Algorithmus ihres Onlinebewertungstools verlassen. Letzte Woche habe ich ausgeführt, dass der Unsicherheitsfaktor dieser Tools jedoch sehr groß ist und dass deshalb für den Immobilienverkauf immer im zweiten Schritt eine Vor-Ort-Bewertung erfolgt.  Niemand, der bei klarem Verstand ist, wird den Verkaufspreis einer Immobilie nur digital festlegen – auch nicht Onlinemakler wie Homeday oder McMakler. Wenn ein Bankberater deshalb lediglich in seinen Computer schaut und sich anschließend zu einer Aussage bzgl. des Immobilienwerts versteigt, ist das eher ein Grund an der Seriosität des Bankmitarbeiters zu zweifeln als am Wert der Immobilie. Hier gilt: Schuster, bleib bei deinem Leisten. Doch was kann man tun, wenn Zweifel auftauchen, ob eine Kaufpreisforderung für eine Immobilie gerechtfertigt ist? Man sollte sich unbedingt an einen vertrauenswürdigen Fachmann wenden, der sich mit Immobilien und ihrer Bewertung auskennt. Das kann ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger sein, aber auch ein erfahrener Makler, ein Architekt oder Bauingenieur können wertvolle Hinweise und seriöse Beurteilungen liefern. Nächste Woche gehe ich darauf ein, welche Kriterien die Berater erfüllen sollten.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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