Der Umgang mit fehlenden Baugenehmigungen bei Bestandsimmobilien

Der Umgang mit fehlenden Baugenehmigungen bei Bestandsimmobilien ist eine gar nicht so seltene Aufgabe, denn gerade bei älteren Gebäuden wurden im Laufe der Jahre sehr oft genehmigungspflichtige bauliche Veränderungen oder Nutzungsänderungen vorgenommen, die oft sogar wegen zwischenzeitlichen Verkäufen oder Erbfällen den heutigen, zweiten oder dritten Eigentümern gar nicht bewusst sind. Oft betrifft das Wohnungen im Dachgeschoss oder Souterrain, die in späteren Jahren ausgebaut wurden, ohne dass die Eigentümer sich je die Mühe machten, hierfür eine Baugenehmigung einzuholen. Wie sollte man so ein Problem angehen?

Ich rate in solchen Fällen generell dazu, nicht darauf zu warten, bis vielleicht ein Unglück passiert oder die Behörden aktiv werden, weil jemand den ungenehmigten Zustand angezeigt hat, sondern sofort, nachdem man das Problem erkannt hat, selbst eine Strategie zu entwickeln, wie die Baugenehmigung nachträglich erwirkt werden kann. Das Risiko, das solche „illegalen“ Wohnungen für die eigene Existenz darstellen, ist einfach zu groß. Wenn es wirklich in so einer Wohnung zu einem Unglück kommt, weil ein Brand ausbricht oder auch nur die Rettung im Krankheitsfall nicht funktioniert, weil der Abtransport mittels Trage nicht möglich ist, dann steht der Staatsanwalt vor der Tür und sucht nach dem Verantwortlichen. Deshalb sollte man unbedingt vor dem ersten Behördenkontakt, einen erfahrenen Architekten hinzuziehen, der den notwendigen Aufwand für die Herstellung eines genehmigungsfähigen Zustandes klärt. Die hierfür notwendigen Kosten sind in jedem Fall bestens investiert.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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