Zur Anmeldung von Bedenken durch den Handwerker

Wenn Handwerker absehen können, dass sie ihre Leistungen aufgrund hindernder Umstände nicht fachgerecht erbringen können, sind zwingend Bedenken an die Bauherrschaft zu melden. Ansonsten ist auch die eigene Leistung mangelhaft. Der Handwerker soll nicht „sehenden Auges“ etwaige Mängel intensivieren und damit Mängelbeseitigungskosten ausufern lassen. Wichtig ist, dass auch Vorgewerke zu prüfen sind. Kann beispielsweise der Estrich nicht wie geplant eingebracht werden, da Terrassentür und bodentiefe Fenster vom Fensterbauer unterschiedliche Einbauhöhen haben, muss dieser Mangel durch den Estrichleger in Form von Bedenkenhinweisen zur Sprache gebracht werden. Das OLG Hamm hat unter dem 03.12.2018 Az.: 17 U 186/16 entschieden, dass dies sehr deutlich geschehen muss. Die Aussage, man müsse „mit dem Estrich höher gehen“ reicht nicht aus. Die Folge war, dass auch der Estrichleger in der Haftung stand, obwohl der Mangel ursprünglich vom Fensterbauer verursacht wurde. Der Estrichleger hatte aufgrund der mangelhaften Vorbedingungen nicht wie vertraglich vereinbart an Terrassentür und bodentiefe Fenster angeschlossen.

 

RA Falk Ostmann
Dingeldein Rechtsanwälte
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