Bestellerprinzip - das Gespenst der deutschen Immobilienwirtschaft

Ein Gespenst geht um in der deutschen Immobilienwirtschaft, das Bestellerprinzip bei Kaufimmobilien. Justizministerin Barley hat gegenüber der Presse erklärt, dass sie prüfe, ob sich das Bestellerprinzip auf Immobilienverkäufe übertragen lasse. Seitdem
ist die Maklerbranche regelrecht in Aufruhr und läuft Sturm dagegen, dass zukünftig der Verkäufer den Makler zahlen soll. Was sind die Argumente, die gegen eine Entlohnung des Maklers durch den Verkäufer sprechen? Höhere Verkaufspreise, da man davon ausgeht, dass die Courtage auf den Kaufpreis aufgeschlagen wird.
Höhere Grunderwerbsteuer für den Käufer wegen der höheren Verkaufspreise. Kein Regelungsbedarf, da in den meisten
Bundesländern die Provision auch heute schon geteilt wird. Eine grundsätzliche Schutzbedürftigkeit des Käufers gibt es nicht.
Kaufinteressenten könnten dann, je nach Formulierung des Gesetzes, keinen Makler mehr beauftragen bzw. nur noch
eingeschränkt. Verfassungsrechtlich bedenklicher Eingriff in die Berufs- und Vertragsfreiheit. Die Einwände gegen eine Innenprovision sind durchaus ernst zu nehmen, und wenn man die Gestaltung des Bestellerprinzips für Mietimmobilien betrachtet, graut einem schon vor der zu befürchtenden handwerklich schlechten Übertragung auf den Verkaufsmarkt. Dennoch arbeiten wir seit über 12 Jahren mit Maklerverträgen, die fast immer eine Innenprovision vorsehen, und wir halten das bei Betrachtung aller Vor- und Nachteile insgesamt für die fairste Art der Honorierung der Maklertätigkeit. Warum das so ist, würde ich Ihnen gerne in der nächsten Woche darlegen.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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