Biozide in Baustoffen...

… werden an der Hochschule Coburg mit Unterstützung des bayerischen Staates erforscht. Wenigen ist bewusst, dass Herbizide und Fungizide nicht nur in der Landwirtschaft eingesetzt werden, sondern auch Bestandteil von Dämmmaterialien, Putzen und Farben sind. Insgesamt geht ca. ein Viertel der produzierten Biozide in die Baustoffindustrie, wo sie die Produkte unempfindlich gegen Schimmel, Bakterien, Algen und Flechten machen sollen. Weitgehend unbekannt sind die langfristigen Folgen dieser Mittel für Mensch und Umwelt. Bisher gibt es keine umfassenden Untersuchungen, mit welchen Auswirkungen auf das Bodenökosystem zu rechnen ist. Diese Untersuchungen will die Hochschule Coburg nun vorantreiben und die Datenbasis für Entscheidungsgrundlagen zur Verwendung der Stoffe im Bauwesen schaffen. Um herauszufinden, wie sie durch Regen ausgespült werden und was passiert, wenn die Sonne die Fassade erhitzt, nutzen die Forscher eine Bewitterungskammer, in der Werkstoffproben mit Licht und Wasser so bearbeitet werden, dass sich hochrechnen lässt, wie die Biozide im Lauf von Jahren in die Umgebung gelangen werden.Das Ablaufwasser aus der Bewitterungskammer wird gesammelt und auf Normböden ausgebracht, wobei man die Auswirkungen auf die im Boden befindlichen Mikroorganismen studiert. Es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen bis belastbare Ergebnisse vorliegen. Bis dahin sollten biozidhaltige Baustoffe, wenn überhaupt, dann nur äußerst vorsichtig eingesetzt werden, denn bis heute weiß die Baustoffindustrie offenbar nicht wirklich, was sie tut.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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