Schade, der Dämmwahn bleibt

Die Ampel steht, der Koalitionsvertrag ist beschlossen. Was lässt er für Immobilienbesitzer erwarten? 1. Ab 2025 sollen neu eingebaute Heizungen zu 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das geht (zumindest bilanziell) nur mit elektrisch betriebenen Wärmepumpen und Flächenheizungen. Wie das allerdings bei Bestandsgebäuden mit konventionellen Heizkörpern funktionieren soll, erschließt sich mir nicht. Hier wäre ein großer Effizienzsprung denkbar, wenn es gelänge, mit einfachen Mitteln Wände und Decken elektrisch zu erwärmen. 2. Für Aus– und Umbauten, sowie Erweiterungen gilt ab 2024 bei Bestandsgebäuden der Effizienzstandard 70 der KfW. Ausgetauschte Bauteile wie Fenster oder Dach müssen künftig deshalb nochmals stärker gedämmt sein, als bisher. 3. Bei Neubauten gilt ab 2025, dass die zu erfüllenden Standards dem Effizienzhaus 40 der KfW angeglichen werden sollen. Das erfordert nochmals umfassendere Dämmungen, aufwändige Lüftungen mit Wärmerückgewinnungssystemen und nochmals dichtere Gebäude. Diese Vorschriften werden jede Wohnung um einen weiteren mittleren 5-stelligen Betrag verteuern. Insgesamt bleibt somit die bisherige einseitige Fixierung auf die Dämmhülle der Immobilien in Bestand und Neubau bestehen, obwohl sich dadurch keine größeren Effizienzzuwächse mehr erzielen lassen und letztlich nur Geld verbrannt wird. 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
Alte Mainzer Str. 3
55129 Mainz
Telefon 06131 - 329 5245
info@senger.immo
www.senger.immo