Das Baulastenverzeichnis

Das Baulastenverzeichnis enthält öffentlich-rechtliche Verpflichtungen eines Grundstückseigentümers gegenüber der Baubehörde. Es wird von der zuständigen Baubehörde geführt und kann dort auch eingesehen werden. Meist werden Baulasten bestellt, um eine sonst nicht zulässige Baugenehmigung oder Grundstücksausnutzung zu erreichen. Eine bestehende Baulast auf einem Grundstück kann deshalb die mögliche Bebaubarkeit deutlich einschränken oder sogar ganz unmöglich machen.

Vor dem Kauf eines Grundstückes sollte man sich deshalb unbedingt Klarheit darüber verschaffen, ob Baulasten vorhanden ist und ggf. ihren Umfang abklären. Oft werden durch Baulasten Zufahrten zu Nachbargrundstücken geregelt (Erschließungsbaulast) oder Unterschreitungen des notwendigen Grenzabstands (Abstandsflächenbaulast). Auch eigentlich nicht zulässige Fenster in Außenwänden oder Lüftungsöffnungen können über Baulasten abgesichert werden.  

Die Baulast wird im Baugenehmigungsverfahren wie eine baugesetzliche Vorschrift gewertet und ein Bauvorhaben, das einer Baulast widerspricht, ist nicht genehmigungsfähig. Im Gegensatz zum Grundbuch genießt das Baulastenverzeichnis keinen öffentlichen Glauben. Nur die zuständige Baubehörde kann unmittelbare Rechte aus einer Baulast ableiten - nicht der Grundstückseigentümer. Die Baulast ersetzt deshalb nicht die Eintragung von Grunddienstbarkeiten im Grundbuch.

Die Auskunft aus dem Baulastenverzeichnis ist eine Standardunterlage beim Verkauf von Grundstücken.

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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