Der Preis der Internetbewertung

Mittlerweile finden sich im Internet tausende Angebote für kostenlose, automatische Immobilienbewertungen, die Ihnen versprechen, mit nur wenigen Klicks zum besten Immobilienwert zu führen. Letzte Woche habe ich Ihnen gezeigt, dass diese Bewertungstools oft keine realistischen Ergebnisse hervorbringen. Doch sind sie wenigstens wirklich kostenlos?

Es ist richtig, dass Sie die Inanspruchnahme dieser Portale in aller Regel kein Geld kostet. Dafür zahlen Sie mit einer anderen Währung, mit Ihren Daten, die dann von den Initiatoren der Portale an deren Kunden weiterverkauft werden. Immobilienscout z. B. bietet Anfragen von verkaufswilligen Immobilienbesitzern, die zwischen 150 und 450 € pro Adresse kosten. Das ist für den Anbieter ein hervorragendes Geschäft, behält er sich doch vor, jede Adresse an 3 - 5 Makler weiterzugeben. Andere Internetportale verlangen sogar einen Großteil der Provision, die der Makler im Erfolgsfall bekommt.

Prinzipiell gönne ich jedem Marketingunternehmen seinen Umsatz. Mich wundert aber, mit welcher Großzügigkeit Immobilienbesitzer die Kontrolle über die Verbreitung ihrer Daten aufgeben. Meistens wissen die Eigentümer noch nicht einmal, an welche Maklerunternehmen das Portal die Daten weitergibt. Ich kann Ihnen verraten, dass manche Bewertungsportale psychologische Profile erstellen und an ihre Vertragspartner weiterreichen, verbunden mit exakten Anweisungen, wie die Eigentümer anzusprechen sind und was im Umgang mit ihnen zu vermeiden ist. Wäre es nicht besser, wenn man sich einen Makler mit gutem Ruf vor Ort selbst aussucht und ihn direkt anspricht?

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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