Ins Deutsche Architekturmuseum gehen

Wer sich für die aktuelle Problematik um Wohnungsknappheit, hohe Preise und fehlende Sozialwohnungen interessiert, sollte unbedingt die aktuelle Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt besuchen. Sie trägt den Titel „Neuer Mensch, neue Wohnung - Die Bauten des neuen Frankfurt 1925 - 1933“ und dokumentiert die Stadtplanungen und Wohnungsbauaktivitäten unter dem damaligen Baustadtrat Ernst May, dem Leiter des Hochbauamtes Martin Elsässer und dem legendären Oberbürgermeister Ludwig Landmann. In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts herrschte in Frankfurt eine dramatische Wohnungsnot. May, Elsässer und Landmann schafften es, in den 8 Jahren bis 1933 für ca. 12.000 Wohnungen Grundstücke zu beschaffen, sie zu planen, genehmigen und zu bauen - eine Herkulesleistung, die natürlich auch von weiteren Bauaufgaben wie Schulen, Kindergärten, Kirchen oder auch gewerblichen Bauten, wie der Großmarkthalle von Elsässer, die heute von der EZB als Eingangsbauwerk genutzt wird, begleitet wurden. Dass sie oft auch noch in einer hohen gestalterischen Qualität und mit starker Innovationskraft erbracht wurden, rundet die außergewöhnliche Leistung der damaligen Zeit ab und macht sie für uns bis heute zum großen Vorbild. Natürlich können wir die damaligen Lösungen nicht einfach übernehmen, aber die Tat- und Schaffenskraft, der Gestaltungswille und auch die politische Durchsetzungsfähigkeit der damaligen Protagonisten ist beispielhaft und es bliebe zu wünschen, dass sich heute Verantwortliche in Bauwirtschaft, Architektur und Politik fänden, die einen ähnlich herausragenden sozialen Wohnungsbau zustande bekämen um die heutige Wohnungsbauproblematik zu lösen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 18. August 2019 und ist von Di - So von 11 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs auch bis 20h.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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