Die Grundsteuerreform (1)

Das Bundesverfassungsgericht hat im April entschieden, dass der Gesetzgeber die Berechnungsgrundlage für die Grundsteuer reformieren muss. Die derzeitigen Einheitswerte auf Grundlage der Wertverhältnisse von 1964 im Westen bzw. 1935 im Osten Deutschlands sind laut Urteil des BVG veraltet und widersprechen dem Gleichheitsgrundsatz. Bis Ende 2019 müssen Bund und Länder ein neue Grundsteuerberechnungsgrundlage beschließen und diese bis spätestens Ende 2024 dann umsetzen - eine große Aufgabe, denn es bedeutet, dass ca. 35 Mio. Grundstücke neu bewertet werden müssen. Und es geht um viel Geld: Die Gemeinden nehmen mit der Grundsteuer jährlich ca. 14 Mrd. Euro ein, mit denen sie die kommunale Infrastruktur unterhalten müssen. Derzeit ist noch nicht klar, welches Berechnungsmodell sich in der politischen Beratung am Ende durchsetzen wird. Es sind drei Ansätze in der Diskussion: Eine Bewertung nach reinen Bodenrichtwerten, eine Bewertung nach der Grundstücks- und Gebäudefläche (Flächenwertmodell) und ein Mischmodell aus Bodenrichtwerten und pauschalen Herstellungskosten (Kostenwertmodell). Jedes dieser Modelle besitzt Vor- und Nachteile. Sie unterscheiden sich in der Komplexität, der Nachvollziehbarkeit und vor allem im notwendigen Aufwand für die Umsetzung. Derzeit ist nur klar, dass die Neufestlegung Auswirkungen auf alle deutschen Geldbeutel haben wird, da die Grundsteuer sowohl von Eigentümern wie auch Mietern gezahlt wird.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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