Die Wärmepumpe – zuverlässiges Gerät oder ein unlösbares Problem?

Mittlerweile kommen in Deutschland in jedem dritten Wohngebäude Wärmepumpenanlagen zum Einsatz. 2016 wurden ca. 66.500 Geräte neu installiert. Zwar liegt der Anteil im Bestand immer noch unter 10%, doch mit steigender Tendenz. Das Institut für Bauforschung e.V. hat deshalb eine Umfrage unter Sachverständigen vorgenommen, um Aussagen zur Fehlerhäufigkeit von
Wärmepumpenanlagen zu bekommen. Es zeigte sich, dass auftretende Fehler oft teuer und schwerwiegend waren: die durchschnittlichen Mängelbeseitigungskosten lagen bei € 13.500. In fast einem Drittel der Fälle war der Schaden sogar irreparabel. Beklagt wurde meist eine unzureichende Heizleistung und ein zu hoher Stromverbrauch. Ursache der Mängel waren zumeist Planungs-, Ausführungs- und Einstellungsfehler. Die Technik selbst arbeitet gewöhnlich sehr zuverlässig. Vor allem Fehlbedienungen und falsche Erwartungshaltungen der Nutzer spielen eine große Rolle. Wichtig ist deshalb eine sorgfältige
Aufklärung des Bauherren im Vorfeld der Entscheidung für das Heizsystem, um die Erwartungshaltung des Nutzers mit den tatsächlichen Gegebenheiten abzugleichen. Er muss wissen, dass eine Wärmepumpenanlage in der Regel eine Flächenheizung erfordert, die immer nur sehr träge zu regulieren ist. So können in mit Wärmepumpen beheizten Wohnungen mit  Fußbodenheizung kalte Räume nicht in kurzer Zeit auf Wohlfühltemperatur gebracht werden. Wer das trotzdem versucht, heizt mit Strom, verschwendet massiv Energie und ruiniert die Effizienz seiner Heizanlage. Ein solches Verhalten muss dann teuer bezahlt werden.

 


Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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