Wird ein halbes Doppelhaus abgerissen, darf das andere keinen Schaden nehmen

Lässt der Eigentümer einer Doppelhaushälfte sein Haus abreißen (um es später neu aufzubauen) und wird dadurch die gemeinsame Grenzwand zum Nachbarn freigelegt, so muss der abreißende Eigentümer Schadenersatz zahlen, wenn durch Witterungseinflüsse (zum Beispiel gab es einen Starkregen) Schäden am Nachbarhaus entstehen.

Insgesamt musste der Nachbar knapp 10.000 Euro für Schäden überweisen, die durch eingedrungenes Regenwasser entstanden sind. Er kann nicht argumentieren, dass – wenn überhaupt jemand – das Abrissunternehmen für die unterlassene Abdichtung haftbar gemacht werden müsste. Denn das Verhalten des Unternehmers ist dem Grundstücksbesitzer zuzurechnen, der sich gegebenenfalls an dem „Abreißer“ schadlos halten könne.

(OLG Hamm, 5 U 104/16)

 

Stephan Trautmann
Trautmann-Immobilien e.K.
info@trautmannimmobilien.de
06132–79 09 70
Grundstraße 85a
55218 Ingelheim