Ausstellungstipp: Wie Egon Hartmann das Bild von Mainz bestimmte

Heute möchte ich Sie zu einem Besuch der Ausstellung im Landesmuseum über den lange vergessenen Mainzer Stadtplaner Egon Hartmann ermuntern, der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Im 2. Weltkrieg wurde die Innenstadt von Mainz weitgehend zerstört und direkt nach Kriegsende beauftragte die französische Militärverwaltung den Le Corbusier-Schüler Marcel Lods mit einer radikalen Wiederaufbauplanung, die Mainz zu einer „Stadt der Zukunft“ machen sollte, mit einem völlig neuen Stadtgrundriss und dem Abbruch ganzer Stadtteile. Dies forderte den bekannten Traditionalisten Paul Schmitthenner zum Gegenentwurf heraus, der auch schon die Stuttgarter Kochenhofsiedlung 1933 als Gegenmodell zur Weissenhofsiedlung entworfen hatte. Umgesetzt wurde keiner der beiden Entwürfe. Egon Hartmann war seit 1954 als leitender Mitarbeiter im Hochbauamt mit der städtebaulichen Planung des Wiederaufbaus betraut. Er schlug die Beibehaltung der alten Stadtstrukturen und Straßenführungen vor und setzte seine Ideen bei der Planung des Regierungsviertels, der Ludwigstraße und Großen Bleiche, so-wie die Hartenbergsiedlung um. Er geriet mit seinen Vorstellungen allerdings in einen jahrelangen Konflikt mit dem damaligen Baudezernenten, der damit endete, dass 1958 dem renommierten Stadtplaner Ernst May der Auftrag zur Wiederaufbauplanung er-teilt wurde. Er griff auf die Ideen Hoffmanns zurück und sorgte auch für ihre Umsetzung.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
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