Die Ursachen der Evergrande-Krise

Der Immobilienmarkt war zuletzt 2008 die Ursache für eine weltweite Finanzkrise, als die US-Immobilienkrise zunächst die Investmentbank Lehmann Brothers in die Insolvenz trieb und dann das Weltbankensystem erschütterte. Kann die jetzige Evergrande-Insolvenz zu ähnlichen Folgen führen? Der Umfang der Krise ist durchaus vergleichbar. So soll Lehmann Brothers 2008 einen Schuldenberg von über 200 Mrd. US-Dollar hinterlassen haben, bei Evergrande stehen wohl über 300 Mrd. US-Dollar im Feuer. Dennoch gibt es einen großen Unterschied: Während bei der Lehmann-Krise sich die von der Bank verbrieften und international gehandelten Zertifikate als nicht werthaltig erwiesen, ist der hochverschuldete Evergrande-Konzern an seiner Expansionspolitik gescheitert, die dazu führte, dass er die vom chinesischen Staat neu gezogenen drastischen Schuldengrenzen nicht mehr einhalten konnte. Die Konzerne dürfen nur noch Verbindlichkeiten in Höhe von 70 % der Vermögenswerte aufweisen, die Nettoschulden dürfen nicht höher als das Eigenkapital sein und die liquiden Mittel müssen die kurzfristigen Verbindlichkeiten übersteigen. Keine der Grenzen konnte Evergrande seit April 2021 mehr einhalten. Dennoch steht in China fast nur chinesisches Geld auf dem Spiel. Vor allem die Kunden und Subunternehmen von Evergrande werden bluten müssen – kaum internationale Spekulanten. Das wird die Erholung der chinesischen und der Weltwirtschaft bremsen, aber kaum westliche Banken zum Einsturz bringen. 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
Alte Mainzer Str. 3
55129 Mainz
Telefon 06131 - 329 5245
info@senger.immo
www.senger.immo