Der Einfluss der gestiegenen Zinsen auf den Immobilienmarkt

 Der Einfluss der gestiegenen Zinsen auf den Immobilienmarkt

Seit dem Jahresende 2021 ist die lang erwartete Zinswende eingetreten. Das Zinsniveau ist innerhalb weniger Wochen von gut einem Prozent auf ca. 2,5 % für 10-jährige Immobiliendarlehen angestiegen. Was bedeutet das für einen Käufer, der z. B. eine Eigentumswohnung mit einem Kreditvolumen von € 400.000 erwerben möchte?

Nun, der Kauf ist dramatisch teurer geworden. Konnte er Ende 2021 die Wohnung bei 2 % jährlicher Tilgung noch für eine monatliche Rate von ca. € 1.000 erwerben, müssen heute schon € 1.500 aufgebracht werden. Die monatliche Belastung ist somit um 50 % gestiegen und die Immobilie deshalb für sehr viel weniger Menschen finanzierbar. Wir rechnen in der Folge mit einem deutlichen Rückgang der Immobilien-Nachfrage. Werden wir deshalb bald stark sinkende Immobilienpreise erleben? Ich habe daran große Zweifel. Die meisten Immobilienbesitzer werden nicht sofort ihre Preisforderungen reduzieren, sondern erst einmal die weitere Entwicklung abwarten und im Zweifel den Verkauf zurückstellen. Auch gehe ich davon aus, dass die Neubaupreise für Häuser und Wohnungen aufgrund der weiter erhöhten gesetzlichen Anforderungen, sowie deutlich gestiegener Preise für Materialien und Löhne, sich weiter verteuern werden. Beides stabilisiert die hohen Preise für Bestandsimmobilien.

Wir erwarten deshalb kurzfristig einen stagnierenden Immobilienmarkt, mit weiter schwindendem Angebot und gleichzeitig reduzierter Nachfrage. 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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