Immobilie verkaufen: Das Grundbuch

Bevor Sie mit Ihrer Immobilie in den Verkauf gehen, sollten Sie sich einen Grundbuchauszug beschaffen und die dort vorhandenen Eintragungen kontrollieren. Ist z. B. noch ein verstorbener Grundstückseigentümer eingetragen? Ist das der Fall,
sollten Sie sich vergewissern, dass die Voraussetzungen für die Austragung des alten und die Eintragung eines neues Eigentümers gegeben sind. Haben Sie die Sterbeurkunde des Alteigentümers in Ihren Akten? Ist die Erbfolge klar? Gibt es ein Testament oder einen Erbschein? Liegen die benötigten Dokumente nicht vor, kann viel Zeit vergehen, bevor die Auflassungsvormerkung eingetragen und der Kaufpreis gezahlt werden kann. Kontrollieren Sie Abt. II des Grundbuchs. Hier werden z. B. Wohnrechte und Nießbräuche eingetragen. Auch hier wird oft versäumt, verstorbene Berechtigte zeitnah auszutragen, und der Eintrag kann zum Hindernis für einen zeitnahen Verkauf werden. In jedem Fall macht es Sinn, sich zu vergewissern, dass die für eine Austragung der alten Rechte notwendigen Sterbeurkunden vorliegen. Das gleiche gilt für manchmal schon seit vielen Jahren überflüssig gewordene Wege- oder Leitungsrechte. Auch in Abt.III können sich unerwartete Probleme für einen unverzüglichen Verkauf ergeben, wenn noch Briefgrundschulden eingetragen sind und der Grundschuldbrief nicht gefunden wird. In diesem Fall wird ein Aufgebotsverfahren notwendig, um den Grundschuldbrief für ungültig erklären zu lassen und die Voraussetzung für die Zahlung des Kaufpreises zu schaffen. Der durch das Aufgebot verursachte Zeitverlust beträgt mindestens ein halbes Jahr. Es lohnt sich deshalb immer, vor einem Verkauf das Grundbuch gewissenhaft auf eventuelle Verkaufshindernisse zu prüfen.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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