Haben wir endlich den Käufermarkt?

Seit einigen Wochen ist die Zahl der Anfragen für Kaufimmobilien drastisch gesunken. Manche Marktteilnehmer sprechen von einem Käuferstreik, viele sehen eine Wandlung zum Käufermarkt. Andere halten die momentane Kaufzurückhaltung für eine kurzfristige, schnell vorübergehende Flaute.
Was sagen die Fakten? Daten von Immobilienscout24, der wichtigsten Immobilienplattform in Deutschland, lassen erkennen, dass sich momentan Nachfrage und Angebot stark annähern. Kamen im Mai 2022 noch über einhundert Suchen auf ein Angebot, so sind es heute nur noch etwa zwei bis drei. Das Angebot hat sich deutlich vergrößert, die Anzahl der Suchen ist dagegen zusammengebrochen. Der Wandel zum Käufermarkt lässt sich somit ablesen.
Fraglich erscheint dagegen, wie nachhaltig die Entwicklung ist. Momentan haben wir viele Parameter, die die Stimmung für einen Immobilienkauf trüben: schlechte wirtschaftliche Aussichten für 2023 bereiten den Käufern Sorgen, in Rekordgeschwindigkeit gestiegene Bauzinsen und Energiekosten verteuern den Erwerb und Betrieb, immer wieder kurzfristig geänderte Förderungsmodalitäten sorgen für Verunsicherung der Bauherren. Sobald aber die Teuerungen und die Unsicherheiten verdaut sind und die Stimmung sich bessert, wird die Immobilie wieder das knappe Gut werden, das sie tatsächlich ist.
Im deutschen Immobilienmarkt fehlen ca. 2 Mio. Wohnungen. Viel zu viele, um ihn dauerhaft zum Käufermarkt werden zu lassen.

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
Alte Mainzer Str. 3
55129 Mainz
Telefon 06131 - 329 5245
info@senger.immo
www.senger.immo