Höhere Abschreibungen bei vermieteten Immobilien

 Der Bundesfinanzhof hat Ende Juli 2021 entschieden, dass Vermieter höhere Abschreibungen vornehmen dürfen, als die gesetzlich vorgesehenen 2 %, wenn sie nachweisen, dass die Nutzungsdauer der Immobilie kürzer ist, als die 50 Jahre, die das Finanzamt pauschal anerkennt.
Grundsätzlich räumt die Bestimmung des § 7 Abs. 4 Satz 2 EStG dem Steuerpflichtigen ein Wahlrecht ein, ob er sich mit dem typisierten AfA-Satz nach § 7 Abs. 4 Satz 1 EStG, also 50 Jahre bei Gebäuden ab Baujahr 1925, zufriedengibt oder über ein Nutzungsdauer-Gutachten eine tatsächlich kürzere Nutzungsdauer geltend macht. In vielen Fällen können Immobilieneigentümer ihre Immobilie in einem deutlich kürzeren Zeitraum abschreiben und dadurch jährlich höhere Beträge steuerlich geltend machen.
Gerade für Immobilien, die mehr als 30 Jahre alt sind, kann u. U. eine solch kürzere Nutzungsdauer nachgewiesen und ein höherer Abschreibungssatz erreicht werden. Dies gilt womöglich aber nur noch bis Ende 2022. Laut Referentenentwurf zum Jahressteuergesetz soll die geschilderte Wahlmöglichkeit den Steuerzahlern zukünftig genommen werden. Der Entwurf sieht aber ausdrücklich vor, dass für alle Fälle, die bis 31.12.2022 beantragt werden, ein Bestandsschutz auch für die Folgejahre gilt.
Ein Nutzungsdauer-Gutachten kann sich deshalb lohnen und Ihnen womöglich für Jahrzehnte eine höhere Abschreibung sichern. 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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