Immobilie kaufen: Das Grundbuch (1)

Letzte Woche habe ich erläutert, auf welche Eintragungen ein Verkäufer den Grundbuchauszug überprüfen sollte. Selbstverständlich ist auch einem Käufer die genaue Kontrolle des Grundbuchauszuges dringend anzuraten.

Als Käufer kontrollieren Sie zunächst im Bestandsverzeichnis, ob der Grundbuchauszug tatsächlich zu dem Grundstück, das Sie erwerben möchten, gehört. Stimmt z. B. die Größe mit der Beschreibung der Immobilie im Prospekt überein? Ist das nicht der Fall, sollten Sie sich die Abweichungen unbedingt erläutern lassen. Im Bestandsverzeichnis finden Sie auch ev. zu Ihren Gunsten eingetragene Wege- oder Leitungsrechte, d. h. ob Sie das Recht haben, ein oder mehrere andere (dienende) Grundstücke zu nutzen. Auch wenn die Immobilie in einem Sanierungsgebiet liegt, was zu erneuten Erschließungsbeiträgen in der Zukunft führen kann, ist das im Bestandsverzeichnis eingetragen. Ebenfalls kontrollieren sollten Sie die Eigentümerangaben in Abt. I des Grundbuchs. Stimmen sie mit dem angegebenen Verkäufer überein oder ist ggf. noch ein Alteigentümer eingetragen? Dann sollten Sie nachfragen: Warum wird die Immobilie unmittelbar nach dem Kauf schon wieder verkauft? Liegt der Grund womöglich in einem teuren oder nicht behebbaren Problem? Ist der Alteigentümer verstorben, sollten Sie sich erkundigen, ob die Erbfolge geklärt ist und Sie ohne Verzögerung als neuer Eigentümer eingetragen werden können. Liegt ein Testament oder Erbschein vor, ist das in aller Regel der Fall. Fehlt beides, sollten Sie darauf drängen, dass sofort der Erbschein beantragt wird, damit Ihre Vormerkung schnellstmöglich eingetragen werden kann und Sie ohne unnötige Verzögerung der neue Eigentümer werden können.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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