Der Immobilienkauf in Zeiten knappen Angebots (2): Bieterverfahren

In den letzten Jahren wurde das Bieterverfahren immer populärer. Mittlerweile wird es nicht mehr nur von Maklern, sondern auch von Privatverkäufern eingesetzt. Die Befürworter halten es für das beste Verfahren, um den höchsten Verkaufspreis für eine Immobilie zu erzielen. Auch wenn die Details unterschiedlich sein können, geht es immer darum eine Immobilie – ähnlich wie bei ebay – an den Meistbietenden zu verkaufen. Zu diesem Zweck wird die Immobilie zu einem sehr günstigen Mindestpreis in den einschlägigen Internetportalen angeboten, mit dem Hinweis, dass es sich um ein ein- oder auch mehrstufiges Bieterverfahren handelt. Der Kaufinteressent kann dann entsprechend seinem Interesse und seinen finanziellen Verhältnissen mitbieten und ggf. auch in weiteren Bieterrunden sein Angebot noch nachbessern. Hört sich perfekt und gerecht an? Im ersten Moment schon, doch niemand kann garantieren, dass bei einem Verkauf im Bieterverfahren am Ende tatsächlich ein höherer Preis erzielt werden wird, als bei der sorgfältigen Ermittlung des Marktpreises. Hinzu kommt, dass bei einer tatsächlichen deutlichen Überschreitung des Marktniveaus die Immobilienfinanzierung auf Grund des dann erheblich höheren benötigten Eigenkapitalanteils scheitern kann. Niemandem nützt eine Kaufzusage, die am Ende nicht erfüllt werden kann, weil die finanzierende Bank nicht mitspielt. Das Bieterverfahren birgt somit erhebliche Risiken – für Käufer und Verkäufer. 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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