Kaufpreisaufteilung des Finanzamts hinterfragen

 Kaufpreisaufteilung des Finanzamts hinterfragen

Für die steuerliche Abschreibung einer vermieteten Wohnung oder eines vermieteten Hauses wird grundsätzlich der Kaufpreis der Wohnung bzw. des Gebäudes (jeweils ohne Grundstücksanteil) herangezogen. Es ist deshalb sinnvoll, schon im Kaufvertrag eine Aufteilung des Kaufpreises in Grundstücks– und Gebäudeanteil vorzunehmen. Fehlt eine solche Aufteilung im Kaufvertrag oder ist sie nicht plausibel, so wird die Höhe des Wohnungs– bzw. Gebäudekaufpreises vom Finanzamt festgelegt – häufig ist das Ergebnis jedoch zum Nachteil des Eigentümers. Die von der Finanzverwaltung ermittelten Gebäudewerte sind oft recht niedrig, entsprechend sind dann auch die Steuerabschreibungen für Wohnung oder Gebäude sehr gering. Die bei den Berechnungen der Finanzämter angewendete Methode, die auf einer Arbeitshilfe des Bundesfinanzministeriums basiert, wurden jetzt gerichtlich vom Bundesfinanzhof überprüft und verworfen. Nach Ansicht der Richter ist die vom Finanzministerium erarbeitete Arbeitshilfe kein geeignetes Ermittlungs- oder auch nur Schätzverfahren, um die Angemessenheit einer vertraglichen Kaufpreisaufteilung zu widerlegen. Man sollte deshalb unbedingt Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen, wenn das Finanzamt mit der Arbeitshilfe des Ministeriums zu Ungunsten des Steuerpflichtigen rechnet. Verweisen Sie dabei auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (AZ: IX R 26/19) mit Nennung des Aktenzeichens (aus Der Steuerzahler 1-2/2021, S. 15)

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
Alte Mainzer Str. 3
55129 Mainz
Telefon 06131 - 329 5245
info@senger.immo
www.senger.immo