Die Kaution des Mieters ist keine steuerpflichtige Einnahme

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger von SENGER-Immobilien aus Mainz über:


Die Kaution des Mieters ist keine steuerpflichtige Einnahme 

Manche Finanzämter entwickeln eine erstaunliche Kreativität, wenn es darum geht, den Steuerpflichtigen in die Tasche zu greifen. So hatte das Finanzgericht Münster die Frage zu klären, ob die Kaution des Mieters eine einkommensteuerpflichtige Einnahme darstellt. Der Vermieter hatte in seiner Einkommensteuererklärung die Mieteinnahmen angegeben, nicht jedoch die vereinnahmte Kaution. Das Finanzamt sah diese jedoch ebenfalls als eine der Einkommensteuer unterliegende Einnahme aus Mieten und Verpachtung an, da der Betrag auf das laufende Mietkonto überwiesen worden sei. Außerdem sei die Kaution z. T. nach Beendigung des Mietverhältnisses nicht an den Mieter zurückgezahlt sondern einbehalten worden. Das Finanzgericht folgte jedoch der Argumentation des Vermieters und erklärte, dass eine Zahlung erst dann eine steuerpflichtige Einnahme darstellt, wenn der Vermieter darüber auch verfügen kann. Das ist bei einer Kaution nicht der Fall, da es sich lediglich um eine hinterlegte Sicherheit handelt. Lediglich der einbehaltene Teil der Kaution wäre eine steuerpflichtige Einnahme. Um erst gar keinen Anlass zu Streitigkeiten und spitzfindigen Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt zu geben, ist es sinnvoll, die Kaution bar zu vereinnahmen oder wenigstens die Kautionszahlung nicht auf das laufende Mietkonto, sondern gleich auf ein separates Konto einzahlen zu lassen (aus Der Steuerzahler 1-2/2021, S. 18).

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
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