Die Klimakonferenz in Glasgow ist zu Ende - was nun, Deutschland?

Bis 2050 soll der Gebäudebestand in Deutschland weitgehend klimaneutral werden und kaum noch Kohlendioxid ausstoßen - derzeit liegt der Anteil des Energieverbrauchs in unseren Gebäuden bei über 30 % des Gesamtenergieverbrauchs. Entsprechend hoch ist auch der CO2-Ausstoß der Gebäude, der also bis 2030 halbiert und bis 2050 praktisch eliminiert werden soll. Es liegt somit eine gewaltige Aufgabe vor den deutschen Immobilienbesitzern, die kaum allein durch Einzelmaßnahmen wie der Verbesserung der Wärmedämmung, dem Einbau von Wärmepumpen und Solarkollektoren bewältigt werden kann. Es braucht dringend neue umfassendere Sanierungskonzepte für den Immobilienbestand, mit dem deutlich schneller und effizienter als bisher energetisch saniert werden kann. Bei über 30 Mio. zu sanierenden Wohnungen in Deutschland wird der dafür notwendige Kapitalbedarf niedrig geschätzt bei 50.000 € pro Wohnung liegen oder insgesamt bei über 1,5 Billionen €. Wie groß diese Aufgabe ist wird deutlich, wenn man feststellt, dass der gesamte Jahresumsatz des deutschen Bauhauptgewerbes im Wohnungsbau z. Zt. bei ca. 50 Mrd. € pro Jahr liegt, sich also verdoppeln müsste, um die angestrebten Klimaziele zu erreichen. Meine Phantasie reicht nicht aus, mir vorzustellen, wo das benötigte Geld und - mehr noch - die notwendigen Facharbeiter herkommen sollen, um die in Glasgow ausgestellten Schecks zu decken. 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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