Die Maklerprovision – Teil 1: Das Bestellerprinzip bei der Vermietung

Schon seit 2015 gilt bei der Vermietung von Wohnungen das sogenannte Bestellerprinzip, was bedeutet, dass derjenige den Makler honoriert, der ihn auch beauftragt hat. In der Regel ist das der Vermieter. Der Wille des Gesetzgebers war, dass der Mieter von der Zahlung von Maklerprovisionen bei der Vermietung entlastet werden sollte. Dieses Ziel wurde auf den ersten Blick erreicht. Die meisten Mietwohnungen werde mittlerweile nicht nur von privat, sondern auch von Maklern provisionsfrei angeboten.

Die gesetzliche Provisionsregelung hatte natürlich aber auch Folgen, die auf den ersten Blick nicht sofort erkennbar sind. Meist müssen Mietinteressenten heute akzeptieren, dass die Möglichkeit zur Kündigung für eine gewisse Zeit ausgeschlossen wird, um dem Vermieter eine kurzfristige Neuvermietung mit den dann erneut anfallenden Kosten zu ersparen. Es wird dem Mieter dadurch sehr erschwert, auf sich plötzlich ändernde Lebensumstände zeitnah reagieren zu können. Im schlimmsten Fall muss er doppelte Miete zahlen. Auch die Wohnungssuche ist deutlich schwieriger geworden, weil der Gesetzgeber die Nachweispflichten für die Durchsetzung einer Mieterprovision so hoch gelegt hat, dass sie kaum erfüllbar sind. Das macht es für Makler wirtschaftlich uninteressant Mietgesuche anzunehmen. Gerade junge, mobile Menschen, die öfter den Job und die Stadt wechseln, erleben immer wieder diesen Nachteil der gesetzlichen Regelung. 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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