Nachverdichten durch Aufstockung

Unter deutschen Dächern schlummert ein riesiges Potential für neuen und bezahlbaren Wohnraum in den stark nachgefragten Ballungsräumen: Aufstockbare Flach- und ausbaufähige Steildächer. Eine Studie der Versuchsanstalt für Holz- und Trockenbau in Darmstadt aus dem Jahr 2012 schätzt,  dass ca. 260 bis 290 Mio. m² Wohnfläche auf bzw. in den Dächern vorhandener Wohngebäude entstehen könnten. 72 % der Gesamtfläche befindet sich idealer Weise in den Wachstumsregionen mit ungesättigter Nachfrage nach Wohnungen. Selbst wenn sich nur ein Drittel des aufgezeigten Potenzials tatsächlich nutzen ließe, wären das immerhin noch etwa 800.000 bis eine Million Wohnungen deutschlandweit oder etwa 40 bis 50 % der in Deutschland fehlenden Wohnungen.  Ein weiterer Vorteil ist, dass hierfür kein knappes und teures Bauland gekauft, erschlossen und entwickelt werden muss, die Wohnungen damit relativ schnell und preiswert entstehen können.

Wünschenswert sind hierfür leichte Holz– oder Stahlkonstruktionen, die die vorhandenen Gebäude möglichst wenig belasten und dennoch energetisch effizient sind -  also gerade nicht die traditionelle deutsche Massivbauweise. Hier wartet ein ideales Betätigungsfeld für die Fertighausindustrie in Deutschland und Europa darauf entdeckt zu werden. Schwieriger  als die technische Problemlösung wird es wahrscheinlich die einschlägigen Normen und Bebauungspläne auf verzichtbare Vorschriften zu durchforsten, die einem Dachausbau entgegenstehen können. Doch es ist eine Anstrengung, die sich lohnt, weil sie gerade den Menschen zugute kommen könnte, die derzeit beim finanziellen Kräftemessen am Immobilienmarkt immer öfter das Nachsehen haben: Den jungen Familien mit begrenzten Eigenmitteln.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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