Nachverdichten durch Wohnbau über Parkplätzen

Letzte Woche habe ich das Nachverdichtungspotenzial von Hausdächern umrissen. Diese Woche möchte ich auf eine weitere Nachverdichtungsmöglichkeit hinweisen, mit der schnell Baurecht zu schaffen wäre: Stellplätze innerhalb der Stadt, die mit Wohnungen überbaut werden könnten bzw. Parkhäuser auf denen sich Wohnungen errichten ließen. Mit dieser Methode ließe sich mit relativ wenig Geld sehr schnell neuer Wohnraum schaffen.

Ein Beispiel hierfür ist ein Pilotprojekt in München, bei dem binnen sechs Wochen nach Beginn der Machbarkeitsstudie schon die Bauvoranfrage eingereicht werden konnte und auch der Bau des 110 m langen und 12 m tiefen Gebäudes benötigte nur 6 Monate. Es muss betont werden, dass in diesem Falle alle Beteiligten von der Stadt über die Architekten und das kommunale Wohnungsunternehmen bis zum Generalunternehmer optimal zusammenarbeiteten. Entstanden ist ein Gebäude mit 86 Apartments und 14 Zweizimmerwohnungen für Flüchtlinge und soziale Härtefälle. Von den ursprünglich 111 Stellplätzen konnten 107 erhalten werden.

Finden lassen sich die Stellplatzflächen z. B. bei Schulen auf kommunalem Grund. Auch viele Unternehmen oder die großen Lebensmittelketten und Discounter halten im städtischen Bereich Parkplätze vor, die sich mit Wohnungen, aber auch anderen Nutzungen überbauen ließen, wodurch das wertvolle städtische Bauland effizienter genutzt würde und Möglichkeiten für kostensparenden und schnell realisierbaren Wohnungsbau eröffnet würden. Die Mainzer Studenten, jungen Familien und sozial Benachteiligten wären sicher dankbar für neuen bezahlbaren Wohnraum.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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