Was ist nicht die Aufgabe des Notars?

Letzte Woche habe ich gezeigt, dass die  Verantwortung des Notars die rechtsfehlerfreie Abfassung des Kaufvertrages ist und seine korrekte juristische Abwicklung.  Viele andere wichtige Beratungsleistungen gehören dagegen nicht zu den Aufgaben eines Notars.

Der Notar berät z. B. nicht, ob der Kaufpreis für die Immobilie angemessen ist oder nicht. Er hält ihn lediglich in seiner Urkunde fest. Er kontrolliert auch nicht, ob der Käufer in der Lage ist, den Kaufpreis zu zahlen oder auch nur, ob die Finanzierung gesichert ist. Eine sehr hohe Sicherheit in Bezug auf die Finanzierung hat man allerdings, wenn im Anschluss an den Kaufvertrag gleich auch die Grundschuld bestellt wird. Auch in steuerlichen Angelegenheiten wird der Notar keine Beratung übernehmen, sondern höchstens allgemeine Belehrungen über die gesetzlichen Rahmenbedingungen in die Urkunde auf-nehmen. Selbstverständlich wird ein Notar auch keine technische und wirtschaftliche Beurteilung des Immobilienkaufs abgeben.  Selbst die Feststellung der Geschäftsfähigkeit ist dem Notar nur in begrenztem Umfang möglich, weshalb es sinnvoll sein kann, in Zweifelsfällen, wie z. B. beginnender Demenz, ein ärztliches Attest einzuholen. Als Käufer und Verkäufer einer Immobilie ist man deshalb für die Klärung der technischen, wirtschaftlichen und steuerlichen Fragen im Zusammenhang mit der Immobilientransaktion auf die Dienste zusätzlicher Berater, wie z. B. einem Steuerberater oder Bausachverständigen, angewiesen. Diese Beratungsleistungen kosten natürlich Geld, sind aber eine sinnvolle Investition in die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit des Immobilienkaufs.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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