Photovoltaikanlagen richtig dimensionieren

In der Regel werden Photovoltaikanlagen derzeit immer noch nach dem eigenen Stromverbrauch dimensioniert und bleiben deshalb fast immer unter 10 kW, weshalb meist große Teile der Dachfläche ungenutzt bleiben. Prof. Dr. Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin hat in einer neuen Kurzstudie die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass sich das wirtschaftlichste Ergebnis oft erst einstellt, wenn man sie nicht nach dem Eigenverbrauch dimensioniert, sondern die größtmögliche Fläche ausführt. Der Grund hierfür ist, dass mittlerweile der Solarstrom oft günstiger produziert werden kann als der Netzstrom und zudem eine anteilige Zahlung der EEG-Umlage auf den direktverbrauchten Solarstrom ab 10 kW geleistet wird. Für die Studie wurden Tausende Angebote von PV-Anbietern untersucht und es wurde ermittelt, welche Vergütungen in den unteren Leistungsklassen gezahlt werden, sowie mit welchen Betriebskosten für die PV-Anlagen gerechnet werden muss, um die Gesamtkosten der Eigenheimbesitzer realistisch einzuschätzen.

Das für viele überraschende Ergebnis war, dass die besten wirtschaftlichen Ergebnisse oft die Anlagen erbrachten, die die maximale Fläche aufwiesen und nicht die, die auf den Eigenverbrauch ausgelegt waren. Der größtmögliche Klimavorteil könnte also auch Ihr größter ökonomischer Vorteil sein.

Wenn Sie heute eine Photovoltaikanlage planen, sollten Sie angesichts dieser Forschungsergebnisse nicht einfach blind Ihrem Anbieter vertrauen, sondern immer noch eine alternative Wirtschaftlichkeitsberechnung mit der maximal möglichen Anlagengröße verlangen. Vielleicht werden Sie zum gleichen Ergebnis kommen, wie Prof. Dr. Quaschning von der HTW Berlin.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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