Die Radonkonzentration in Gebäuden

Die Radonkonzentration in Gebäuden wird momentan verstärkt zum Thema in der Bauwirtschaft. Das radioaktive Gas ist ein Zerfallsprodukt des Uran und kommt in unterschiedlichen Konzentrationen überall in der Erdkruste vor. Die sich immer weiter verringernden Luftwechsel in unseren Neubauten und energetisch sanierten Gebäuden sorgen nicht nur für hygienische Probleme, sondern bergen auch die Gefahr, dass die in manchen Regionen im Baugrund in höheren Konzentrationen vorkommenden Radongase in die Innenräume gelangen und sich dort anreichern. Wird das Radon vom Menschen eingeatmet, besteht ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko. Schon heute sollen in Deutschland jedes Jahr fast 2000 Menschen an den Folgen der Radonbelastung sterben. Am 01.01.2019 tritt das neue Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) in Kraft, das in § 123 im Absatz 1 verlangt: „Wer ein Gebäude mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen errichtet, hat geeignete Maßnahmen zu treffen, um den Zutritt von Radon aus dem Baugrund zu verhindern oder erheblich zu erschweren.“ In Absatz 4 wird das Thema in die sehr schwammige Forderung gepackt „Wer im Rahmen der baulichen Veränderung eines Gebäudes … Veränderungen durchführt, die zu einer erheblichen Veränderung der Luftwechselrate führen, soll die Durchführung von Maßnahmen zum Schutz vor Radon in Betracht ziehen, soweit diese Maßnahmen erforderlich und zumutbar sind.“ Hier trifft ein Thema mit hohem Hysteriepotential auf eine Fachwelt mit sehr geringem Problembewusstsein und entsprechend geringer Lösungskompetenz. Zum Glück kann die Radonkonzentration mit relativ geringem Aufwand gemessen werden und wird hoffentlich nur lokal eng begrenzt zum tatsächlichen Problem.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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