Der Sachverständige im Bauprozess...

 … ist oft die entscheidende Person –obwohl er kein Richter oder Jurist ist und sein Sachverstand sich auf die Bautechnik beschränkt. Nicht selten entscheidet der mit seinem Gutachten den Prozess. Dies geschieht von Seiten des Richters nicht nur aus Bequemlichkeit, sondern weil er in der Regel nicht die detaillierte Sachkunde des Gutachters besitzt und von ihm (und seinem Sachverstand) gerade bei komplexen technischen Sachverhalten völlig abhängig ist. Es ist deshalb sehr wichtig, dass ein am Gericht tätiger Sachverständiger seine Aufgaben ernst nimmt und er neutral sowie unvoreingenommen agiert. Gerade im Kontakt mit den Parteien kann er nicht frei agieren oder nach Gutdünken untersuchen. Hält er sich nicht an seine neutrale Rolle,  riskiert er in Haftung genommen zu werden, kein Honorar zu erhalten und womöglich sogar ein Ordnungsgeld zahlen zu müssen. Die Rechtsprechung kennt viele Urteile, die sich mit fehlerhaften Gutachten und selbstherrlichen Sachverständigen beschäftigen bzw. damit, was ein Gutachter darf und was nicht. Etwas größere Freiheiten in seiner Arbeit hat ein Privat– oder Parteigutachter. Aber auch seiner Rolle haben schon eine Reihe von Gerichten mit gefällten Urteilen Regeln auferlegt, die der Gutachter kennen und bei der täglichen Begutachtung beachten sollte. Die Beauftragung des Gutachters kann entscheidende Folgen haben und sollte immer mit einem erfahrenen Fachanwalt abgestimmt werden. 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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