Die neue Sonderabschreibung für Mietwohnungsbau

Die neue Sonderabschreibung für Mietwohnungsbau soll den Neubau von Mietwohnungen ankurbeln und damit die Angebotssituation für Mieter in Deutschland verbessern. Es soll deshalb nicht der Bau von Luxuswohnungen gefördert werden, sondern von Wohnungen im unteren bis mittleren Preissegment. Im September wurde der entsprechende Gesetzentwurf beschlossen, der eine steuerliche Sonderabschreibung für vermietete Wohnungen für das Jahr der Herstellung und die drei darauf folgenden Jahre in Höhe von bis zu 5 % vorsieht.  Der Bauantrag für die geförderten Wohnungen muss zwischen dem 1. Sept. 2018 und dem 31.12.2021 gestellt werden. Es handelt sich also um eine zeitlich begrenzte steuerliche Förderung, die auch nur auf maximal € 2.000 pro m² Wohnfläche gewährt wird und auch nur, wenn die Anschaffungs- bzw. Herstellkosten € 3.000 pro m² Wohnfläche inkl. Nebenkosten nicht übersteigen. Zusätzlich muss die Wohnung im Jahr der Anschaffung sowie in den neun darauf folgenden Jahren zu Wohnzwecken vermietet werden. Wird die Wohnung in dieser Zeit irgendwann anderweitig genutzt, entfällt die steuerliche Sonderförderung komplett und ist zurückzuzahlen. Die lineare Abschreibung von 2 % pro Jahr bleibt zusätzlich zur Sonderabschreibung erhalten.

Wie wirksam die vorgesehene steuerliche Förderung den Bau von Neubau-Mietwohnungen anregen wird, muss abgewartet werden. Die Obergrenze von € 3.000 pro m² wird sich gerade in vielen Ballungsräumen als zu niedrig erweisen, sodass die Förderung dort, wo sie am nötigsten wäre, keine Wirkung wird entfalten können. Ich fürchte, dass die politische Gestaltungskraft von der Preisentwicklung schnell überholt werden wird.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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