Sorgenkind Wohnungsneubau

Die Normalisierung der Wohnungsbauproduktion von 160.000 Einheiten pro Jahr auf ca. 280 - 300.000 in den Jahren 2016 bis 2021 könnte schon wieder vorbei sein. Eine Umfrage des Bundesverbandes Freier Immobilien– und Wohnungsunternehmen (BFW) unter 1600 Mitgliedern ergab, dass die meisten Unternehmen geplante Projekte verschieben oder ganz aufgeben wollen. „Das ist keine Delle beim Neubau, das ist die Vollbremsung einer ganzen Branche“, erklärte BFW-Präsident Salewski und ergänzte: „In der aktuellen Situation ist Neubau ohnehin nicht mehr kalkulierbar wegen steigender Bauzinsen, explodierender Baukosten und gestörter Lieferketten.“ Die Steigerung der Wohnungsproduktion auf 400.000 Einheiten, die im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung optimistisch angekündigt wurde, dürfte damit 2022 und 2023 deutlich verfehlt werden. Es ist zu befürchten, dass in den nächsten zwei Jahren die Produktion wieder deutlich unter 250.000 Wohnungen fällt, zumal auch die Zahl der erteilten Baugenehmigungen seit neuestem rückläufig ist. Die bisherige Neubauförderung wurde zugunsten der Förderung der Bestandssanierung deutlich reduziert, was prinzipiell richtig ist. Jetzt müssten stabile Rahmenbedingungen für zumindest einige Jahre geschaffen werden, damit Neubau wieder planbar wird. Die beste Förderung des Neubaus wäre die kontinuierliche Zurverfügungstellung von Bauland durch die Städte und Gemeinden.

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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