Steuerrecht: Theoretische Zahlungsmöglichkeit reicht dem Fiskus

Bei einem Eigentumsübergang auch im Rahmen einer Zwangsversteigerung liegt ein Veräußerungsgeschäft vor.
Das gelte auch dann, wenn Grundstücke (hier:2) zwangsversteigert wurden - und zwar innerhalb von 10 Jahren nach dem Erwerb. 

Das Finanzamt stufte die Einkünfte als Veräußerungsgeschäft ein und besteuerte sie entsprechend. Das Argument des Grundstücksbesitzer, sein Eigentumsverlust per Zwangsversteigerung sei keine Veräußerung, weil das nicht – wie bei einer Enteignung – auf einem willentlichen Entschluss basierte, zog nicht. Denn auch bei einer Zwangsversteigerung beruhe der Eigentumsverlust auf einem Willensentschluss. Denn theoretisch bestehe die Möglichkeit, die Gläubiger zu bedienen. Ob er dazu wirtschaftlich tatsächlich in der Lage ist, sei für die steuerliche Behandlung nicht entscheidend.

(FG Düsseldorf,2 K 2220/20E)

Stephan Trautmann
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