Auf die Mieter umlegbare Modernisierungskosten ...

… sind immer wieder Anlass für Streitigkeiten vor Gericht. Welche Kosten können Vermieter an ihre Mieter in Form einer Mietsteigerung weitergeben und welche müssen sie selbst tragen?

Der Bundesgerichtshof hat diese Frage schon 2019 entschieden indem er bei Sanierungen und Renovierungsarbeiten zwischen Modernisierungs– und Instandhaltungsanteil unterschied. Es geht letztlich also darum, ob durch die Baumaßnahme der Wohnwert verbessert wird, was z. B. beim Anbau eines zusätzlichen Balkons der Fall wäre oder ob die Arbeiten lediglich dazu dienen, die Bewohnbarkeit der Wohnung zu erhalten oder wiederherzustellen. In vielen Fällen wird es so sein, dass die Maßnahmen sowohl einen Modernisierungs– wie auch einen Instandhaltungsaspekt besitzen. Das ist z. B. beim Austausch einer 50 Jahre alten Wohnungseingangstür der Fall. Die alte Tür war sicherlich am Ende ihrer Lebensdauer angekommen. Allerdings wird durch die deutlich bessere Schalldämmung der neuen Tür auch eine nicht unwesentliche Verbesserung der Wohnqualität erreicht, die wiederum zu einer Mietsteigerung berechtigen kann. Denken Sie deshalb schon bei der Auftragserteilung daran, dass der Modernisierungsanteil, den Sie an die Mieter weitergeben wollen, von der ausführenden Firma in der Rechnung, z. B. als Aufpreis für die Schallschutzausstattung, kenntlich gemacht wird. Es ist dann viel einfacher, ggf. einem Gericht die Aufwendungen für die Verbesserung des Wohnwerts nachvollziehbar zu machen.

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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