Warmwasserbereitung - zentral oder dezentral?

Heute erfolgt die Warmwasserbereitung meist zentral über den Brenner, der auch die Heizungswärme bereitstellt. Egal ob Neubau oder Sanierung, die zentrale Warmwasserbereitung gilt als die optimale Lösung. Dabei wird bei einer zentralen Warmwasserversorgung ein erheblicher Aufwand betrieben: Das warme Wasser muss aus hygienischen Gründen auf 60° aufgeheizt werden und wird dann an der Entnahmestelle durch Beimischung kalten Wassers auf die gewünschte Temperatur gebracht. Gerade bei modernen oder sanierten Häusern mit geringem Heizwärmebedarf und niedrigen Temperaturen des Heizungswassers bedeutet die starke Erhitzung des Warmwassers einen sehr hohen Energieverlust, der durch die oft langen Leitungswege noch gesteigert wird und mit 40 bis 50 % kalkuliert werden muss. Moderne elektronische Durchlauferhitzer weisen meist die bessere Energiebilanz auf: Das warme Wasser wird ohne Vorlaufzeit in unmittelbarer Nähe der Entnahmestelle in genau der benötigten Menge erzeugt. Das reduziert die Verteil-, Anlauf- und Weiterleitungsverluste auf lediglich ca. 3 %. Es macht deshalb oft Sinn, die Warmwasserversorgung von der Heizung zu trennen. Dann kann die Heizung während der warmen Jahreszeit komplett stillgelegt werden, was weitere Einsparungen mit sich bringt. Niedrigere Investitionen erfordert die dezentrale Versorgung sowieso. Wichtig ist die richtige Dimensionierung der Warmwassererzeuger, damit Komfort und Funktion uneingeschränkt bleiben: Für das Gäste-WC reicht ein 3,5-kW-Gerät aus, die Küche verlangt nach 13 KW, für Bad und Dusche sollten Sie 24 oder 27 KW installieren. Die modernen kleinen Geräte sind oft die clevere Alternative zur üblichen zentralen Warmwasserversorgung.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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