Wenn die Energetische Sanierung nicht den erwarteten Effekt bringt ...

… dann könnte das mit dem sogenannten „Rebound-Effekt“ zu tun haben. Er beschreibt das Phänomen, dass sich die mit einer energetischen Sanierung erreichte Absenkung des Energieverbrauchs oft nach einer Weile wieder auf der ursprünglichen Höhe einpendelt. Eine breit angelegte Studie der Universität Cambridge hat den Effekt an ca. 50.000 Haushalten in England und Wales im Auftrag des britischen Ministeriums für Energie und Klimawandel untersucht. Es zeigte sich, dass die Energieverbräuche nach dem Dämmen der Fassade sich verringerten, aber nach ca. 4 - 5 Jahren wieder auf dem alten Niveau lagen. Beim Dämmen von Dachböden war die gleiche Entwicklung oft schon nach 2 Jahren festzustellen. Was war passiert? Die Verfasser der Studie haben zwei Ursachen gefunden. Oft waren die energetischen Sanierungen mit weiteren Änderungen am Gebäude verbunden. Bei einem zusätzlichen Wintergarten passiert es z. B. oft, dass er zunächst Einsparungen über zusätzliche Dämmung und solare Gewinne erzielt, dann aber über intensivere, wohnraumähnliche Nutzung, am Ende doch wieder für mehr Energieverbrauch sorgt - allerdings bei mehr Wohnraum. Die zweite Ursache liegt ebenfalls im Nutzerverhalten. Oft werden z. B. nach dem Einbau mechanischer Lüftungen zunächst tatsächlich die Fenster weitgehend geschlossen gehalten, im Laufe der Zeit aber immer öfter geöffnet und darüber der natürliche Luftwechsel geregelt statt über die teure Lüftungsanlage.

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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