Das Widerrufsrecht beim Mietvertrag

Spätestens seit 2014 müssen wir damit leben, dass Verbrauchern vom Gesetzgeber grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht bei allen Vertragsabschlüssen eingeräumt wird, die nicht in den Geschäftsräumen des Unternehmers erfolgten oder durch Fernkommunikationsmittel erfolgten. Dadurch soll der Kunde vor Überrumpelung und unüberlegten Verpflichtungen geschützt werden. Dieses Widerrufsrecht gilt prinzipiell bei allen Mietverträgen, bei denen der Vermieter als Unternehmer agiert bzw. bei Verträgen, die durch einen Makler vermittelt werden. Allerdings erlischt das Widerrufsrecht unter zwei Voraussetzungen:

Der Mieter hat vor Vertragsabschluss die Wohnung vollständig besichtigt

Der Vertragsabschluss erfolgt in den Geschäftsräumen des Maklers

Ist eine der beiden Voraussetzungen gegeben, hat der Mieter kein Widerrufsrecht. Da üblicher Weise vor Vertragsabschluss eine Besichtigung der zur Vermietung angebotenen Wohnung erfolgt, ist der erfolgreiche Widerruf des Mietvertrages ein Ausnahmefall. Man sollte aber bei der Vermietung darauf achten, dass man dem Mieter Gelegenheit gibt, wirklich ALLE Räume zu besichtigen, also nicht nur die eigentlichen Wohnräume, sondern auch die Keller– und Nebenräume. Hatte er hierzu keine Gelegenheit, weil z. B. der Vormieter eine Besichtigung des vollgestellten Kellers verweigerte, wäre ein Widerruf des Mietvertrages möglich. Auch bei Änderungen eines bestehenden Mietvertrages können durchaus einem Widerrufsrecht unterliegen. Es ist deshalb immer sinnvoll, die Unterzeichnung des Mietvertrages oder der Mietvertragsänderung in den Geschäftsräumen des Maklers oder Unternehmers durchzuführen.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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