Wie steht es um die Verglasung?

Diese Frage ließ sich bis vor wenigen Jahren kaum zuverlässig beantworten. Die Qualität einer Verglasung konnte nicht zerstörungsfrei überprüft werden. Erst seit 2014 gibt es Gerät, mit dem sich der energetische Zustand des Fensterglases in  eingebautem Zustand zerstörungsfrei überprüfen lässt. Das Gerät heißt Uglass und wurde im Rahmen eines vom  Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungsprojektes von der Fa. Netzsch zur Marktreife entwickelt. Es wird seit 2014 verkauft und mittlerweile liegen die ersten Praxiserfahrungen vor, die generell sehr positiv sind. Bei  Renovierungen kann die Entscheidung, ob eine Verglasung ausgetauscht werden sollte oder weiter im Gebäude verbleiben
kann, nun durch Messungen untermauert werden. Gerade Verglasungen, die aus den 1990er Jahren stammen, können durchaus U-Werte von 1,1 bis 1,4 W/m²K aufweisen und auch heute noch akzeptabel sein. Nicht immer ist das an dem verbauten Material erkennbar, so dass erst die Messung die vermutete Qualität bestätigen muss. Auch Mängel an den Verglasungen können mit Uglass nachgewiesen werden, was Fensterhersteller oder Bauherrn mit diesem Gerät in die Lage versetzt, überprüfen zu können, ob die eingebaute Verglasung tatsächlich die versprochenen Wärmedämmeigenschaften aufweist. Leider legen sich die kleinen Energieberaterbüros das Gerät nur zögerlich zu und vertrauen lieber weiterhin auf ihre Berechnungen. In meinen Augen ist jedoch heute ein großflächiger Austausch einer brauchbaren Verglasung ohne Messung ein vermeidbarer Beratungsfehler
und weder ökonomisch noch ökologisch vertretbar.


Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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