Die Wohlfühltemperatur in Wohnräumen

Die Wohlfühltemperatur in Wohnräumen kann von Mensch zu Mensch stark variieren. Wo sich der Eine schon bei 18° C pudelwohl fühlt, reichen dem nächsten nicht einmal 24° C, um die Kälte aus den Gliedern zu bekommen. Für dieses Phänomen sind nicht nur unterschiedliche Sensibilitäten (oder Kreislaufprobleme) verantwortlich, sondern durchaus auch die Bauweisen der Häuser. Regelmäßig erfordern niedrige Oberflächentemperaturen von schlecht gedämmten Umfassungsflächen, höhere Raumtemperaturen, um ein Behaglichkeitsgefühl entstehen zu lassen, als die höheren Temperaturen der Innenflächen von gut gedämmten Häusern. Auch bei Zugerscheinungen werden höhere Innenraumtemperaturen benötigt, um wohlige Behaglichkeit aufkommen zu lassen. Es ist deshalb leicht verständlich, dass die erreichbare Raumtemperatur schnell zum Streitpunkt zwischen Bauträger und Käufer oder auch zwischen Mieter und Eigentümer werden kann und dass es reichlich Gerichtsurteile gibt, die festlegen, wie warm oder kalt es bei welcher Nutzung sein darf. Kann an Wintertagen in einer Wohnung keine Mindesttemperatur von 20° C erreicht werden weil Heizung oder Heizkörper unterdimensioniert sind, so gilt das nach allgemeiner Rechtsauffassung als Mangel, der zur Kürzung der Miete berechtigt bzw. vom Hersteller der Immobilie nachgebessert werden muss. Die einschlägige DIN EN 12831 sieht damit in Übereinstimmung eine Temperatur von 20° C in Wohn– und Schlafräumen vor. In Badezimmern und Duschen müssen sogar mindestens 24° C erreichbar sein, um „rechtssicher“ zu sein. Im WC genügen dagegen 20° C. Und vor Schimmel sind Sie nur sicher, wenn die Raumtemperatur dauerhaft nicht unter 16° C reguliert wird.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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