Die Wohlfühltemperatur in Wohnräumen (2)

Letzte Woche ging es an dieser Stelle um die Mindesttemperaturen, die in einer Wohnung erreichbar sein müssen. Gerade der letzte Sommer hat aber gezeigt: Auch zu hohe Temperaturen können die Bewohnbarkeit einer Wohnung drastisch einschränken. Leider gibt es keine gesetzliche Regelung, die besagt, wie warm es in einer Wohnung werden darf. Gibt es deshalb keine Möglichkeit, die Miete zu mindern, wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass es in der Wohnung unerträglich heiß wird? Vielfach werden die Technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.5 herangezogen. Danach soll die Lufttemperatur am Arbeitsplatz nicht über 26° C steigen. Diese Regelung haben Richter durchaus auch schon auf die Wohnung übertragen und Mietern, deren Wohnung sich längere Zeit oder regelmäßig deutlich auf 30° C und mehr aufheizte, eine Mietminderung zugesprochen. Allerdings gilt das nicht in jedem Fall. Bei einer DG-Wohnung, die ebenfalls über 30° C warm wurde, hat das Amtsgericht Leipzig entschieden, dass man solche bauartbedingten Aufheizungen hinnehmen müsse.

Wir empfehlen jedem Mieter im Falle von Hitzeproblemen, das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen und nicht sofort den Rechtsweg zu beschreiten. Mit etwas gutem Willen auf beiden Seiten lässt sich immer ein Weg finden, wie man die hohen Temperaturen im Sommer in einen erträglichen Bereich bekommt – sei es durch Montage eines außenliegenden Sonnenschutzes oder Aufstellung eines (mobilen) Klimagerätes. Und sollte es im Sommer wirklich so heiß werden, dass die Kerze schmilzt oder der Wellensittich kollabiert, lohnt sich sicherlich auch eine energetische Sanierung des Hauses oder der Wohnung.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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