Wo ist die Immobilienblase? (2)

Letzte Woche habe ich an dieser Stelle gezeigt, dass die Immobilienkonjunktur nicht durch ein Missverhältnis von Angebot und Nachfrage bedroht wird, sondern eher dadurch, dass die Nachfrage durch die Verschlechterung der Wirtschaftslage zusammenbricht. Und in dieser Hinsicht kann man tatsächlich deutliche Wolken am Horizont entdecken. Nicht nur Trumps Wirtschaftskrieg, auch die Digitalisierung der Wirtschaft wird uns besonders bei den Dienstleistungen deutlich weniger Arbeitsplätze bescheren. Dies ist momentan im Banken– und Versicherungswesen besonders deutlich absehbar, wird aber letztlich den gesamten tertiären Sektor betreffen. Wie hoch der Arbeitsplatzverlust sein wird und wie viele Arbeitsplätze durch die Digitalisierung auch wieder entstehen werden, ist heute kaum abzusehen, weshalb damit zu rechnen ist, dass sich bei den Arbeitnehmern in den betroffenen Wirtschaftszweigen eine gewisse Unsicherheit ausbreiten wird, die zu negativen Auswirkungen auf die Immobiliennachfrage führt. Ähnliche Entwicklungen sehe ich für die Automobilindustrie, wo der Wechsel zur Elektromobilität schon in wenigen Jahren ebenfalls zu einem ähnlichen Strukturwandel führen wird, wie wir ihn seit der Einführung der Roboterfertigung ab den 1980er Jahren beobachten konnten und der bei Opel die Zahl der Beschäftigten in den letzten 40 Jahren um zwei Drittel reduziert hat. Es ist klar, dass solche Entwicklungen auch in der Immobiliennachfrage spürbar werden. Wer Angst um seinen Arbeitsplatz hat, wird keine Immobilie finanzieren wollen. Wir werden deshalb irgendwann wieder mit einer nachlassenden Immobiliennachfrage rechnen müssen, doch ob das schon 2018 oder erst 2020 der Fall sein wird, kann niemand mit Sicherheit sagen.

 

Dipl.-Ing. Architekt Oliver Senger
SENGER Bau- und Immobilien-Consult
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